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SilverStripe – das übersichtliche CMS aus Neuseeland

Ein neues Content Management System sollte sich schon mit etwas Besonderem präsentieren, wenn es nicht in der unüberschaubaren Liste der schon bestehenden CMS versinken will. SilverStripe (benannt nach einem großen Schmetterling) tut das: Es behandelt Redakteur wie Programmierer gleich gut.

Die gleichnamige Agentur in Wellington (Neuseeland) stellt SilverStripe derzeit in Version 2.2.3 zur Verfügung (2.3 ist in Vorbereitung). Das CMS ist Open Source und kostenlos. Wie leistungsstark es ist, konnte es im letzten Jahr mit der Website zur Wahlkampagne von Barack Obama belegen, die auf SilverStripe läuft.

Gut für den Administrator

SilverStripe ist über einen geführten Installationsprozess schnell eingerichtet.  Dabei legt man auch einen Admin-Account an und wählt eines von zwei mitgelieferten Templates. Die AJAX-gesteuerte Oberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich, wenn auch manche Verhaltensweisen nicht auf den ersten Blick verständlich sind: Fügt man z.B. einen neuen Redakteur hinzu oder ändert einen Account, schließt sich das Fenster nach dem Abspeichern nicht automatisch, man muß es selbst zumachen. Auch das Drag & drop muß erst aktiviert werden, will man die Seiten im Seitenbaum verschieben.

SilverStripe Backend

SilverStripe Backend

Das Backend besteht aus ganzen sieben Hauptmenüpunkten:

  • Seitenbaum: Hier werden die Seiten angelegt und bearbeitet. Zu den Seiten stehen Versionskontrollen und verschiedene Berichte zur Verfügung (neue Seiten, leere Seiten)
  • Dateien & Bilder: Die Medienverwaltung
  • Newsletter:
  • Sicherheit: Die Benutzerverwaltung
  • Kommentare: Verwaltung und Freigabe von Kommentaren. Zu jeder Seite kann ein Kommentarformular zugefügt werden.
  • Statistiken
  • Hilfe

Das System hat alle Basisfunktionen für kleine Websites, läßt sich aber mit Modulen aufbohren, z.B.

  • Blogs
  • Zeitgesteuertes Publizieren
  • Warenkorb und Produktkatalog
  • Daten aus Flickr anzeigen
  • Mehrseitige Formulare
  • Umfragen
  • Social Bookmarks
  • Kalender
  • Redaktionsworkflow
  • Bildergalerie

Die Anzahl der Module hält sich noch in Grenzen – SilverStripe ist ja noch recht neu – , aber es sind schon viele wichtige Funktionen vertreten.

Gut für den Redakteur

Wer sich ohne Admin-Rechte einloggt, sieht noch weniger Menüpunkte und kann sich so auf seine Arbeit konzentrieren. Die Inhalte werden mit einem verbreiteten WYSIWYG-Editor eingegeben, der sich gut konfigurieren läßt: TinyMCE. In der Standardversion lassen sich Inhalte aus Word einfügen (und dabei von überflüssigen Tags reinigen), Flash-Dateien einbinden und Bilder aus der Asset-Verwaltung übernehmen.

Zu jeder Seite stehen weitere Optionen zur Verfügung:

  • Inhalt: Der Editor und die Metatags
  • Verhalten: Hier wird der Seitentyp festgelegt bzw. geändert; man legt fest, ob die Seite in der Suche und im Menü erscheint bzw. auf ihr Kommentare erlaubt sind.
  • ToDo: Hier kommen Notizen zur Seite hinein, die nur der Orientierung des Redakteurs dienen, nicht auf der Seite erscheinen. Sie lassen sich unter „Reporte“ ausgeben.
  • Berichte: Zeigt an, ob Links innerhalb der Website auf diese Seite zeigen.
  • Zugriff: Hier lassen sich passwortgeschützte Seiten definieren.

Ein besonderes Highlight: Jede Seite kann zuerst als Entwurf angelegt werden, veröffentlichte Seiten können wieder als Entwurf offline gestellt, Änderungen zurückgenommen werden: Ein einfaches Staging ist damit möglich.

Und auch gut für den Programmierer

Denn SilverStripe ist objektorientiert programmiert (nach dem MVC-Prinzip). Darunter liegt ein PHP-Framework (Sapphire), das dem Entwickler viel Arbeit abnimmt.

Fazit: Ein vielversprechendes CMS, das sich nicht mit Altlasten aus der Urzeit der PHP-Programmierung abschleppen muß und es Anwendern wie Entwicklern leicht macht, damit zu arbeiten.  Die Einarbeitung läuft dank vieler Tutorials (auch als Video) und einer umfangreichen Dokumentation problemlos.

Links: