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Der besondere Charme von Drupal – Teil 2: Inhaltselemente on Board – von Haus aus vielseitig

DrupalBei der Wahl des geeigneten Content Management Systems spielen die Funktionen, die das System im Kern mitbringt, eine wichtige Rolle: Was schon da ist, muss nicht erst recherchiert, bewertet, installiert und konfiguriert werden. Module, die das CMS an Bord hat, unterliegen denselben Standards und harmonieren per se mit einander. Wie steht es mit der Ausstattung, die Drupal mitbringt? In diesem Artikel geht es um die Möglichkeiten, Inhalte zu organisieren und zu präsentieren. Er bezieht sich auf Drupal Version 7.

Module – Pflicht und Kür

Die Funktionen von Drupal kommen als Module daher. Einige werden mit dem Kern installiert und aktiviert, andere können nachträglich aktiviert werden (optionalen Kernmodule). Von Haus aus aktiviert sind die Inhaltselemente Seite und Artikel.

Seiten eignen sich für statische Inhalte, sind also Brot und Butter einer Website. In der Grundkonfiguration bestehen sie aus

  • Überschrift
  • Inhalt: ein einfaches Textfeld. Der Text kann mit ausgewählten HTML-Elementen strukturiert werden. Die Auswahl lässt sich nach Bedarf – auch für unterschiedliche Benutzergruppen – konfigurieren. Mehr Komfort bietet ein nachinstallierter WYSIWYG-Editor, der Textbearbeitung ohne HTML-Kenntnisse erlaubt. Der ckeditor ist bewährt und vielseitig. Zusammen mit dem Dateibrowser IMCE habt Ihr eine komfortable Textverarbeitung.
  • Menüeinbindung
  • Versionsinformationen: Hier können Versionen der Seite mit einem Kommentar gespeichert und bei Bedarf wieder rekonstruiert werden.
  • Informationen zum Autor

Aktiviert man das Modul Path, lässt sich die URL der Seite frei und suchmaschinenfreundlich konfigurieren.

Artikel werden für zeitkritische Informationen benutzt, die nach Kategorien organisiert und in Auszügen z.B. auf der Homepage aufgelistet werden können. Artikel haben neben Optionen, wie wir sie von den Seiten kennen, zusätzlich

  • Tags
  • ein Bild
  • die Möglichkeit, den Teaser auf der Homepage anzuzeigen.

Aktiviert man das Modul Comment, lassen sich unterschiedliche Inhaltselemente mit einem Kommentarfeld versehen. Fertig ist das Blog! Die Kommentarfunktion ist so flexibel, dass sie individuell pro Artikel/Seite freigegeben oder gesperrt werden können.

Für strukturierte Informationen, z.B. Anleitungen und Handbücher, aktivieren wir das Modul Book. Zusätzlich zu den üblichen Felder finden wir hier die Möglichkeit, die Inhalte hierarchisch zu organisieren und mit einer internen Navigation zu verbinden. So können wir durch die Seiten blättern.

Mit dem Modul Blog läßt sich für alle berechtigten benutzer ein eigenes Blog anlegen. Das Modul Forum bietet ein einfaches Forum an, das mit externen Modulen wie Advanced Forum aufgerüstet werden kann.

Drupal-Modul PollFür kleine Umfragen eignet sich das Modul Poll. Aktivieren reicht, und man kann schnell Interaktivität auf die Website bringen.

Wer externe Inhalte, z.B. den RSS-Feed des Orakelblog auf der Website einbinden möchte, aktiviert das Modul Aggregator. Genauso leicht lässt sich auch ein Feed der Artikel der hier betrachteten Website zur Verfügung stellen.

Hinter dem Modul Contact verbirgt sich mehr als das üblich Webseiten-Kontaktformular. Stellt man die Berechtigung so ein, kann jeder registrierte Benutzer ein eigenes Kontaktformular bereitstellen, um ihn anzuschreiben.

Blöcke – fertige Bauteile oder ganz individuell befüllt

Neben den Inhaltselementen, die wie Seiten, Formular oder Forum direkt über einen Menülink aufgerufen werden können, kann man kleine Inhalte in sogenannten Blöcken frei auf den Seiten positionieren. Manche Module wie der Aggregator bieten schon fertige Blöcke an, die Ihr dann nach Bedarf positionieren könnt: Stellt den Feed des Orakelblog in die rechte Spalte, linke Spalte, in den Fußbereich oder wo auch immer. Auch kleine nette Funktionen wie „Wer ist online“ sind schon vorbereitet und müssen nur aktiviert und positioniert werden. Dabei kann man nicht nur wählen, wo der Block sich auf der Seite befindet, sondern auch, auf welchen Seiten er erscheinen soll. Vielleicht braucht Ihr den Feed ja nur auf der Homepage?

Volle Flexibilität bieten selbst definierte Blöcke, die Ihr mit eigenen Inhalten füllen und frei positionieren könnt.

Damit ist Drupal mit den wichtigsten Funktionen für eine vielseitige, interaktive Website ausgestattet. Sieht man vom WYSIWYG-Editor ab, kann es schon mit Bordmitteln vielen Ansprüchen gerecht werden.

 

Der besondere Charme von Drupal – Teil 1

Drupal LogoEine neue Website steht an? Bevor Ihr Euch für das Content Management System entscheidet, mit dem der Internetauftritt umgesetzt werden soll, bringt ein Blick unter die Haube Euch vielleicht weiter. Nach welchen Kriterien sucht man also am besten das CMS aus? An dieser Stelle geht es um die wichtigsten Kriterien, die man bei der Wahl des CMS anlegen sollte. In der anschließenden Artikelreihe betrachte ich das Open Source CMS Drupal und stelle vor, wie es allgemein gültige Anforderungen abdeckt und für welche speziellen Ziele Drupal sich besonders eignet.

Wie sollte das CMS Eurer Wahl aussehen?

Da wäre einmal das Lizenzmodell. Soll es ein Content Management System sein, das quelloffen und damit frei nutzbar und erweiterbar ist? Das ist eine grundsätzliche Entscheidung, die sich meist über diese Fragen klären läßt:

  1. Passt die Lizenz des angestrebten Systems zu Euren Vorstellungen?
  2. Wie schätzt Ihr die Entwicklungskosten eines z.B. unter GPL stehenden Content Management Systems, das Ihr kostenlos nutzen könnt, gegenüber den Lizenzkosten eines anderen Systems ein? Wie verhalten sich die Entwicklungskosten des einen gegenüber den Lizenzgebühren des anderen Systems?
  3. Wie hoch schätzt Ihr die Probleme und Folgekosten durch ein mögliches vendor lock-in ein? Was also, wenn der Anbieter des CMS dieses nicht mehr weiterentwickelt und auch keine Sicherheitsupdates oder Patches mehr liefert? Ist der Anbieter so verläßlich und so lange am Markt, dass man voraussetzen kann, das es ihn und das CMS noch lange gibt?
  4. Wenn Ihr Euch für Open Source entscheidet: Wie breit ist die Entwickler-Basis des angestrebten CMS? Wie viele Agenturen gibt es, die das System anwenden und weiterentwickeln können? Wenn beide Zahlen hoch sind, sieht es gut aus.
  5. Könnt Ihr mit den Nachteilen von Open Source Software leben? Anders als bei Systemen aus einer Hand kann hier die Qualität gerade der zusätzlichen Module schwanken. Coding Guidelines schaffen zwar Abhilfe, werden aber nicht immer beachtet.
  6. Wollt Ihr die Vorteile von Open Source Software nutzen? Da der Quellcode offen ist und von vielen Programmierern genutzt und weiterentwickelt wird, werden Fehler und Sicherheitslücken oft schnell erkannt und behoben.

Auf Themen wie das gewünschte Betriebssystem bzw. die Serverumgebung, unter dem das CMS laufen soll, oder die Möglichkeit, andere Schnittstellen zu bedienen, gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Ich habe meine Wahl schon vor Jahren getroffen. In der Folge geht es also nur um Content Management Systeme, die Open Source sind.

Welche Funktionen werden benötigt?

Im Idealfall hat das CMS Eurer Wahl alle Module, die Ihr jetzt (und in den nächsten Jahren) benötigt, schon an Bord: Seiten, Artikelverwaltung, Forum, Social Media Einbindung usw. Wenn das nicht möglich ist, sollte es Zusatzmodule zur Installation geben, die fehlende Funktionen nachrüsten. Für alles Weitere empfiehlt sich ein System, das über eine API verfügt und damit eine kostengünstige und schnelle Entwicklung auch individueller Funktionen erlaubt.

Wie suchmaschinenfreundlich ist das CMS?

Hier geht es z.B. um die strukturierte und saubere Ausgabe der Inhalte. Eine semantisch korrekte Auszeichnung der Text und Medien sorgt dafür, dass Suchmaschinen die Inhalte optimal indizieren können.
Auch wenn Meta-Tags im engeren Sinne, besonders die Keywords, in der Suchmaschinenoptimierung schon lange keine Rolle mehr spielen, ist eine individuelle Auszeichnung der Seiten (und möglichst auch der Artikel) dennoch von Bedeutung. Auch die Umschreibung der Seitenlinks in suchmaschinenfreundliche Form und die freie Konfigurierbarkeit der Seitentitel ist von Bedeutung. Wenn das von Euch gewählte CMS hier punkten kann, ist es gut.

Wer soll die Website benutzen und pflegen?

Eine flexible Rechteverwaltung kommt dann zum Tragen, wenn im Frontend mehr als eingeloggte und nicht eingeloggte Besucher unterschieden werden sollen oder im Backend nicht nur der Administrator selbst arbeiten soll. Gibt es also eine flexible Benutzerverwaltung, die den Zugriff auf die Inhalte der Website granular regeln lässt?

Nicht unwichtig ist auch, ob die Umgebung, in der die Redakteure arbeiten,

  • nach Bedarf konfiguriert werden kann: wer nur Nachrichten einpflegt, muss keinen Zugriff auf die Benutzerdaten haben.
  • Einen modernen WYSIWYG-Editor bietet, der sich in den Funktionen einschränken läßt.
  • Eine intuitiv benutzbare Medienverwaltung besitzt

In dieser Artikelserie stelle ich Euch die besonderen Fähigkeiten von Drupal in diesen Disziplinen vor. Vielleicht passt es ja für Euch?

Nächste Folgen:

SilverStripe – das übersichtliche CMS aus Neuseeland

Ein neues Content Management System sollte sich schon mit etwas Besonderem präsentieren, wenn es nicht in der unüberschaubaren Liste der schon bestehenden CMS versinken will. SilverStripe (benannt nach einem großen Schmetterling) tut das: Es behandelt Redakteur wie Programmierer gleich gut.

Die gleichnamige Agentur in Wellington (Neuseeland) stellt SilverStripe derzeit in Version 2.2.3 zur Verfügung (2.3 ist in Vorbereitung). Das CMS ist Open Source und kostenlos. Wie leistungsstark es ist, konnte es im letzten Jahr mit der Website zur Wahlkampagne von Barack Obama belegen, die auf SilverStripe läuft.

Gut für den Administrator

SilverStripe ist über einen geführten Installationsprozess schnell eingerichtet.  Dabei legt man auch einen Admin-Account an und wählt eines von zwei mitgelieferten Templates. Die AJAX-gesteuerte Oberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich, wenn auch manche Verhaltensweisen nicht auf den ersten Blick verständlich sind: Fügt man z.B. einen neuen Redakteur hinzu oder ändert einen Account, schließt sich das Fenster nach dem Abspeichern nicht automatisch, man muß es selbst zumachen. Auch das Drag & drop muß erst aktiviert werden, will man die Seiten im Seitenbaum verschieben.

SilverStripe Backend

SilverStripe Backend

Das Backend besteht aus ganzen sieben Hauptmenüpunkten:

  • Seitenbaum: Hier werden die Seiten angelegt und bearbeitet. Zu den Seiten stehen Versionskontrollen und verschiedene Berichte zur Verfügung (neue Seiten, leere Seiten)
  • Dateien & Bilder: Die Medienverwaltung
  • Newsletter:
  • Sicherheit: Die Benutzerverwaltung
  • Kommentare: Verwaltung und Freigabe von Kommentaren. Zu jeder Seite kann ein Kommentarformular zugefügt werden.
  • Statistiken
  • Hilfe

Das System hat alle Basisfunktionen für kleine Websites, läßt sich aber mit Modulen aufbohren, z.B.

  • Blogs
  • Zeitgesteuertes Publizieren
  • Warenkorb und Produktkatalog
  • Daten aus Flickr anzeigen
  • Mehrseitige Formulare
  • Umfragen
  • Social Bookmarks
  • Kalender
  • Redaktionsworkflow
  • Bildergalerie

Die Anzahl der Module hält sich noch in Grenzen – SilverStripe ist ja noch recht neu – , aber es sind schon viele wichtige Funktionen vertreten.

Gut für den Redakteur

Wer sich ohne Admin-Rechte einloggt, sieht noch weniger Menüpunkte und kann sich so auf seine Arbeit konzentrieren. Die Inhalte werden mit einem verbreiteten WYSIWYG-Editor eingegeben, der sich gut konfigurieren läßt: TinyMCE. In der Standardversion lassen sich Inhalte aus Word einfügen (und dabei von überflüssigen Tags reinigen), Flash-Dateien einbinden und Bilder aus der Asset-Verwaltung übernehmen.

Zu jeder Seite stehen weitere Optionen zur Verfügung:

  • Inhalt: Der Editor und die Metatags
  • Verhalten: Hier wird der Seitentyp festgelegt bzw. geändert; man legt fest, ob die Seite in der Suche und im Menü erscheint bzw. auf ihr Kommentare erlaubt sind.
  • ToDo: Hier kommen Notizen zur Seite hinein, die nur der Orientierung des Redakteurs dienen, nicht auf der Seite erscheinen. Sie lassen sich unter „Reporte“ ausgeben.
  • Berichte: Zeigt an, ob Links innerhalb der Website auf diese Seite zeigen.
  • Zugriff: Hier lassen sich passwortgeschützte Seiten definieren.

Ein besonderes Highlight: Jede Seite kann zuerst als Entwurf angelegt werden, veröffentlichte Seiten können wieder als Entwurf offline gestellt, Änderungen zurückgenommen werden: Ein einfaches Staging ist damit möglich.

Und auch gut für den Programmierer

Denn SilverStripe ist objektorientiert programmiert (nach dem MVC-Prinzip). Darunter liegt ein PHP-Framework (Sapphire), das dem Entwickler viel Arbeit abnimmt.

Fazit: Ein vielversprechendes CMS, das sich nicht mit Altlasten aus der Urzeit der PHP-Programmierung abschleppen muß und es Anwendern wie Entwicklern leicht macht, damit zu arbeiten.  Die Einarbeitung läuft dank vieler Tutorials (auch als Video) und einer umfangreichen Dokumentation problemlos.

Links: