Archiv der Kategorie: Webmarketing

Suchmaschinenoptimierung, PPC-Kampagnen und mehr

Web 2.0 gedruckt

Buzzword hin oder her – Web 2.0 ist Tatsache. Wie schön, dass man jetzt auch ganz altmodisch einen gedruckten, badewannentauglichen Überblick zum Thema findet:

T. Alby, Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien (Hanser, München-Wien, 2007)

Wie das Thema, ist auch das Impressum seiner Zeit voraus ;).  Wobei Web 2.0 bekannte Techniken und teilweise auch Konzepte umfaßt, die sich im ersten Internet-Hype nicht durchsetzen konnten. Alby sieht das Aufkommen von Web 2.0 und seine Erfolge in der höheren Verbindungsgeschwindigkeit begründet, die heute schon vielen Menschen, darunter 50% der Deutschen, zur Verfügung steht. Eine Community wie YouTube läßt sich per Modem einfach nicht mit Inhalt bestücken!

So gibt der Autor einen Überblick der wichtigsten Modelle, mit denen sich das interaktive, benutzergesteuerte Web 2.0 gestalten läßt: Blogs und Podcasts, Social Software wie Skype, FlickR und Wikipedia. Der Anwender findet eine umfangreiche Beschreibung der wichtigsten Tools, mit denen er das Internet als Anbieter – z.B. mit einem Blog – oder als User gestalten kann. Dabei informiert er weniger über die dahinter stehende Technik (Programmmierer wälzem dieses Buch vergeblich, wenn auch ein kleines Kapitel über AJAX, RSS-Feeds und Ruby on Rails enthalten ist). Hier profitieren vor allem Leser, die sich mit den Möglichkeiten, aber auch den Risiken von Web 2.0 vertraut machen wollen:

  • Wie blogge ich?
  • Wie erfolgreich sind Corporate Blogs?
  • Womit erstelle ich einen Podcast?
  • Welche Geschäftsmodelle bietet Web 2.0?

Neue, schnelle und interaktive Kommunikationsformen, die den User (Anwender, Websitebesucher, Interessenten, Kunden) zur Beteiligung aufrufen, bieten Marketing und Unternehmenskommunikation einen neuen Kanal. Über Communities lassen sich Nischenmärkte erreichen, die mit konventioneller Werbung so nicht angesprochen werden können (Stichwort Long Tail). Wer das Internet für Marketing nutzt, sollte dieses Buch lesen und die Interviews mit bekannten Bloggern als kleinen Trendbericht genießen.

Suchmaschinen vs. Tagging und moderne Informationsbeschaffung

Ein interessanter Artikel von Martin Röll beschäftigt sich mit der Zukunft der Internetsuche und den Relevanzkriterien. Es stimmt schon, dass sie die Mechanismen zur Informationsgewinnung inzwischen radikal verändert haben RSS-Feed, Tagging, öffentliche Bookmark-Listen sind die Mittel der Wahl für den gewitzten Internetnutzer. Der geht in vielen Fällen garnicht über Google, um an sein Ziel zu kommen. Schlecht für die klassische Suchmaschinenoptimierung, sollte man meinen.

Schlecht wohl nur, wenn man hier die Black Hat-SEOs und ihre ertricksten Top-Positionen meint. Solche Seiten finden sicher nie Eingang in eine Bookmarkliste oder einen Blog-Beitrag. Das gilt aber auch für eine ganz normale B2B-Seite: Wenn man bei del.icio.us mal nach Webagentur sucht, kann man deutlich unterscheiden, dass hier die Masse der (zahlenmäßig zudem überschaubaren 24) Einträge nur einmal verlinkt sind. Man darf vermuten, dass die Besitzer sie hier untergebracht haben. Davon heben sich je ein stark verlinkter Eintrag auf eine Seite ab, die

Wer hier auf die Suche nach einer Webagentur geht, hat sicher keinen repräsentativen Querschnitt vor sich, wenn er überhaupt weiß, dass es del.icio.us gibt und wie Tagging funktioniert. Der durchschnittliche Businesskunde wird also noch eine ganze Weile auf Google angewiesen sein, wenn er einen Dienstleister in seiner Nähe sucht. Wer aber auf kostenfreie, hochwertige Inhalte aus ist oder den Spaßfaktor bewertet, kommt hier zum Zuge.

Wenn wir ein paar Jahre weiter denken, werden solche Dienste wahrscheinlich genauso aussehen wie unsere Suchmaschinen heute: Statt Relevanz und Inhalten Raum zu geben werden hier Links verhökert, denn dahinter stehen dieselben Menschen wie vorher. Kommentarspam in Blogs, Blogging gegen Kasse sind erst der Anfang, auf dem Weg, die Realität zu verzerren und neu zu gestalten. Alle Ansätze, im Internet Realität nachzubilden, werden dann aufgeweicht, wenn  damit Geld zu verdienen ist. Waren Linkpop und PageRank nicht auch einmal dazu gedacht, wertvollen Inhalten auf Platz 1 zu verhelfen?

Verteufeln wir also nicht die gute, klassische Suchmaschinenoptimierung, die eigentlich nur dazu dient, Inhalte (suchmaschinen)sichtbar zu machen und Inhalte an die richtige Zielgruppe zu bringen.

Microsoft mit eigenem PPC-Programm

Im Juni 2006 will Microsoft die Werbung auf MSN mit einem eigenen Programm bestücken: Microsoft adCenter. Die Suche, die derzeit ihren bezahlten Ergebnisse von Overture bezieht, soll dann mit stark zielgruppengerichteter Werbung hervortreten. Eines der Tools, die bei den neuen Kleinanzeigen zum Einastz kommen wird, versucht Alter und Geschlecht der User anhand anderer von ihm besuchter Seiten zu ermitteln (und liefert dann die passende Werbung aus).

Quelle: @-web