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Marketing allgemein

Free Economy

Long Tail-„Erfinder“ Chris Anderson beschreibt in diesem Video (Achtung, bringt 45 Minuten Zeit mit) Geschäftsmodelle, die nahezu kostenlose Angebote zum Verkauf anderer Dinge nutzen (via Werbeblogger). Sein Ansatz:

  • Produkte, die auf Technik basieren, tendieren dazu, fast nichts mehr zu kosten (Internet-Bandbreite, Speicherplatz …)
  • Anders als meist üblich sollte man also nicht eine kleine Probe verschenken, um die große Parfumflasche zu verkaufen.
  • Die Masse sollte kostenlos weggegeben werden, um damit ein begrenztes Angebot zu verkaufen.
  • Beispiel: Skype wird von den meisten kostenlos genutzt, die Technik aber auch für bestimmte Zwecke (Anruf aufs Telefon) kostenpflichtig angeboten.
    Second Life ist als Spiel for free, Land, Kleidung usw. kosten aber.

Quersubventionieren von Angeboten ist nicht neu, auch die genannten Geschäftsmodelle nicht, doch Anderson analysiert hier packend die neue Ökonomie und regt an, selbst passende Produkte zu kreieren.

Was können wir vom Long Tail-Modell lernen?

„Das Internet verändert den Markt. Mit dem Long Tail gewinnt die Nische.“ sagt Chris Anderson vom Magazin Wired (La Repubblica via Ad Maiora Source). Der traditionelle Markt ist nach Anderson vom Mangel beherrscht, der den Preis bestimmt, regional begrenzt, beherrscht vom Gedanken, dass 20 Produkttypen den Bedarf von 80% der Käufer abdecken.

Heute gibt es alles im Überfluss, Massenproduktion hat immer weniger Erfolg, dafür boomen die Nischenanbieter. Statt Standard für alle zu produzieren, konzentriert man sich besser auf gute Handwerksarbeit und Qualität, wie sie z.B. im Sektor Mode und Lebensmittel gefragt sind, für eine kleine Zielgruppe, eine der vielen Nischen auf dem Long Tail. Selbst große Unternehmen entdecken den Nischen-Markt für sich.

So individuell wie die Kunden ist auch deren Informationsquelle. Da das Internet anonym ist, zählt besonders die kleine Gruppe von Gleichaltrigen oder Gleichgesinnten, die man hier ausmachen kann und von der man Empfehlungen annimmt. Der moderne Käufer vertraut eher einem Blog als den üblichen Medien oder der Werbung. Überträgt man das auf die Offline-Welt, zählt mehr die Mund-zu-Mund-Propaganda als die Hochglanzbroschüre des Herstellers bei der Kaufentscheidung.