Archiv der Kategorie: Das Buch

PR-Workshop – das Buch zum Blog

Kerstin Hoffmann vom Storyboard (jetzt PR-Doktor) hat im letzten Jahr eine umfangreiche  Artikelserie zum Thema Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) ins Blog gestellt – den Workshop PR. Das trifft den Kern, denn sie hat die Möglichkeiten des Blogs genutzt und mit ihren Lesern kommuniziert. Aus dieser lebendigen Veranstaltung ist jetzt ein Buch geworden, das sie zum kostenlosen Download bereitstellt.

Darum geht’s

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme:

  • Welche Maßnahmen habe ich schon ergriffen und
  • was möchte ich mit PR für mein Unternehmen erreichen?
  • Welche Zielgruppen bedient meine PR und
  • wie gehe ich mit einander ausschließenden Zielgruppen um?
  • Was macht mein Unternehmen einzigartig (warum soll der Kunde bei mir kaufen – eben mein USP) und
  • wo ist hier der spezielle Nutzen für den Kunden?

Workshop PRVorausschauende Planung der PR integriert Maßnahmen, eigene Termine und solche, an denen man die Zielgruppe trifft: „Gute PR wirkt langfristig, und ebenso langfristig sollten Sie sie planen und vorbereiten.“ , betont Kerstin Hoffmann. Sie gibt Tipps, wie man seinen Presseverteiler aufbaut und gekonnt PR-Texte schreibt (oder besser: schreiben läßt). Ein besonderes Bonbon für alle, die es noch nie getan haben: Tipps zur Vorbereitung eines Pressetermins und zur Betreuung von Pressevertretern.

Kerstin Hoffmann bereitet mit den Workshop natürlich zuerst einmal potentielle Kunden auf einen qualifizierten, effizienten Kontakt mit der PR-Agentur vor,  gibt aber auch Anleitungen für die, die sich selbst um ihre Unternehmenskommunikation kümmern wollen oder müssen. Ein gelungener Leitfaden !

Link: PR Doktor

Wie arbeite ich entspannter?

Getting things done - Bild: Jon Le-bon - FOTOLIA
(Bild: Jon Le-bon – Fotolia)
Seit kurzem habe ich einen leeren Schreibtisch. Nicht etwa, weil mir die Aufträge ausgehen 😉 Im Gegenteil. Aber nach der Lektüre des Buches Getting Things Done von David Allen (gibt es auch auf Deutsch) und natürlich der Umsetzung der Prinzipien hat sich mein Arbeitsstil geändert.

Eigentlich verkündet Allen Binsenweisheiten, die man aber normalerweise nicht auf etwas so hochentwickeltes und oberwichtiges wie die Organisation der eigenen Arbeit anwenden würde. Im Prinzip geht es darum, den Kopf frei zubekommen für die aktuell anstehenden Aufgaben. Das erreicht man nur, wenn

  • alle Dinge (E-Mails, Ideen, Termine, Projekte) in einem narrensicheren, einfach bedienbaren System landen,
  • somit nicht verloren gehen können
  • und zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort wieder auftauchen.
  • Dann kann man sie getrost vergessen!

Wie so ein richtiges System aussehen kann, entscheidet jeder für sich selbst und aus dem eigenen Erfahrungsschatz. Wie man damit arbeitet, habe ich hier kurz zusammengefaßt. Viel Spaß und entspanntes Arbeiten (aber bitte erst ab Montag!)

Gimp lernen

Seit ich mein System auf Linux umgestellt habe, bearbeite ich Bilder mit Gimp und lege auch die Weblayouts damit an. Gimp – das ist nicht irgendein kleines Grafik- Tool, sondern die Open-Source-Alternative für Schwergewichte wie Photoshop oder das schlankere Fireworks. Auch für den privaten Nutzer ist Gimp empfehlenswert, da sich Bilder aus der Digitalkamera oder vom Scanner weitreichend bearbeiten lassen.
Gimp gibt es kostenlos zum Download (natürlich auch für Mac und Windows), auch die mitgelieferte Dokumentation ist recht ausführlich. Wer schnell eine systematische Einführung in alle Module (Gimp-O-Ton: Dialoge) sucht und die Wirkung der Filter und Befehle auf seine Daten am Beispiel kennen lernen möchte, braucht dann doch dieses Buch:

Bettina K. Lechner, Gimp ab Version 2.4 (Addison-Wesley 2008)

Frau Lechner beginnt mit der Arbeitsoberfläche von Gimp, die – wie bei allen Grafikprogrammen – individuell gestaltet ist und den Umstieg von einem anderen Programm nicht leicht macht. Sie stellt die Funktionen von Gimp an detailliert bebilderten, nachvollziehbaren Beispielen vor (Vorher-Nachher-Darstellung). Immer wieder fügt sie Exkurse zu Grundbegriffen der Bildbearbeitung am Computer ein und erklärt Farbmodelle, Ebenen und Masken. Das macht das Buch besonders für den Einsteiger unentbehrlich.

In einem zweiten Teil könnt Ihr Tutorials nacharbeiten, die sich jeweils einer sehr begrenzten Fragestellung widmen und sich so wohltuend von vielen Anleitungen unterscheiden, die zuviel auf einmal vorstellen wollen. Viele Bilder der Phasen des Projekts und eine Auflistung der verwendeten Tools (die sich in Teil 1 des Buchs nachschlagen lassen), stellen die logische Verbindung her und erleichtern die Arbeit.

Immer wieder verweist die Autorin auf Erweiterungen des Programms, ob es sich um selbst erstellte Muster oder zugeladene Plugins handelt. Im Anhang findet Ihr alles zu Installation, Informationsquellen und Links.

Fazit: Ein gutes Programm und ein empfehlenswertes Buch zur Einarbeitung.

Web 2.0 gedruckt

Buzzword hin oder her – Web 2.0 ist Tatsache. Wie schön, dass man jetzt auch ganz altmodisch einen gedruckten, badewannentauglichen Überblick zum Thema findet:

T. Alby, Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien (Hanser, München-Wien, 2007)

Wie das Thema, ist auch das Impressum seiner Zeit voraus ;).  Wobei Web 2.0 bekannte Techniken und teilweise auch Konzepte umfaßt, die sich im ersten Internet-Hype nicht durchsetzen konnten. Alby sieht das Aufkommen von Web 2.0 und seine Erfolge in der höheren Verbindungsgeschwindigkeit begründet, die heute schon vielen Menschen, darunter 50% der Deutschen, zur Verfügung steht. Eine Community wie YouTube läßt sich per Modem einfach nicht mit Inhalt bestücken!

So gibt der Autor einen Überblick der wichtigsten Modelle, mit denen sich das interaktive, benutzergesteuerte Web 2.0 gestalten läßt: Blogs und Podcasts, Social Software wie Skype, FlickR und Wikipedia. Der Anwender findet eine umfangreiche Beschreibung der wichtigsten Tools, mit denen er das Internet als Anbieter – z.B. mit einem Blog – oder als User gestalten kann. Dabei informiert er weniger über die dahinter stehende Technik (Programmmierer wälzem dieses Buch vergeblich, wenn auch ein kleines Kapitel über AJAX, RSS-Feeds und Ruby on Rails enthalten ist). Hier profitieren vor allem Leser, die sich mit den Möglichkeiten, aber auch den Risiken von Web 2.0 vertraut machen wollen:

  • Wie blogge ich?
  • Wie erfolgreich sind Corporate Blogs?
  • Womit erstelle ich einen Podcast?
  • Welche Geschäftsmodelle bietet Web 2.0?

Neue, schnelle und interaktive Kommunikationsformen, die den User (Anwender, Websitebesucher, Interessenten, Kunden) zur Beteiligung aufrufen, bieten Marketing und Unternehmenskommunikation einen neuen Kanal. Über Communities lassen sich Nischenmärkte erreichen, die mit konventioneller Werbung so nicht angesprochen werden können (Stichwort Long Tail). Wer das Internet für Marketing nutzt, sollte dieses Buch lesen und die Interviews mit bekannten Bloggern als kleinen Trendbericht genießen.

Suchmaschinenoptimierung: Lesebefehl!

Das Wochenende hat mir ausreichend Zeit beschert, um im schönen Frankenland auf der Terrasse zu sitzen und ein neues Buch zu lesen, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Stefan Karzauninkat ist kein Unbekannter in SEO-Kreisen. Seine Suchfibel bietet schon seit Jahren Basisinformationen zu Suchmaschinen und ihrem ganz speziellen Verhalten. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, das ich gerade Entscheidern in Unternehmen ans Herz lege: S. Karzauninkat, T. Alby: Suchmaschinenoptimierung. Professionelles Website-Marketing für besseres Ranking (Hanser 2006).

Angesehen davon, dass der Titel plus Untertitel keinen spezifisch der SEO-Branche verhafteten Begriff ausläßt und schon deshalb sehr gelungen ist, bringt das Buch alle wichtigen Basisinformationen. Neben der obligatorischen Liste der für den deutschen Sprachraum wichtigen Suchmaschinen und Kataloge sowie deren Verknüpfungen (wer liefert wem die bezahlten Links…) gibt es gerade Kapitel, die Entscheider bei der Wahl ihrer SEO-Agentur und in der Kommunikation mit ihrem Dienstleister und ihrem eigenen Unternehmen helfen können.

Was meist zu kurz kommt: Karzauninkat geht darauf eine, welche Abteilungen eines Unternehmens mit der Optimierung der Website zu tun haben und wie man sie einbindet. In diesem Buch geht es weniger um die technischen Einzelheiten, die dann die Webagentur umsetzt: Im Vordergrund stehen praktische Informationen, die Suchmaschinenoptimierung auf gesunde Weise entzaubern und einem Unternehmer die Kriterien an die Hand geben, um z.B. Spammern aus dem Weg zu gehen.

Die Fallbeispiele sind nicht so gelungen, weil sie sich nicht recht nachvollziehen lassen. Ein umfangreiches Literatur- und Linkverzeichnis sowie ein Glossar erreichen die Zielgruppe Entscheider dagegen sicher. Dienstleister können das Buch mit Genuß lesen, aber für ihre Tätigkeit nicht wirklich davon profitieren. Sie sollten es aber als Argumentationsgrundlage gegenüber beratungsresistenten Kunden im Auge behalten. Deshalb auch für sie: Lesebefehl!