Der besondere Charme von Drupal – Teil 1

Drupal LogoEine neue Website steht an? Bevor Ihr Euch für das Content Management System entscheidet, mit dem der Internetauftritt umgesetzt werden soll, bringt ein Blick unter die Haube Euch vielleicht weiter. Nach welchen Kriterien sucht man also am besten das CMS aus? An dieser Stelle geht es um die wichtigsten Kriterien, die man bei der Wahl des CMS anlegen sollte. In der anschließenden Artikelreihe betrachte ich das Open Source CMS Drupal und stelle vor, wie es allgemein gültige Anforderungen abdeckt und für welche speziellen Ziele Drupal sich besonders eignet.

Wie sollte das CMS Eurer Wahl aussehen?

Da wäre einmal das Lizenzmodell. Soll es ein Content Management System sein, das quelloffen und damit frei nutzbar und erweiterbar ist? Das ist eine grundsätzliche Entscheidung, die sich meist über diese Fragen klären läßt:

  1. Passt die Lizenz des angestrebten Systems zu Euren Vorstellungen?
  2. Wie schätzt Ihr die Entwicklungskosten eines z.B. unter GPL stehenden Content Management Systems, das Ihr kostenlos nutzen könnt, gegenüber den Lizenzkosten eines anderen Systems ein? Wie verhalten sich die Entwicklungskosten des einen gegenüber den Lizenzgebühren des anderen Systems?
  3. Wie hoch schätzt Ihr die Probleme und Folgekosten durch ein mögliches vendor lock-in ein? Was also, wenn der Anbieter des CMS dieses nicht mehr weiterentwickelt und auch keine Sicherheitsupdates oder Patches mehr liefert? Ist der Anbieter so verläßlich und so lange am Markt, dass man voraussetzen kann, das es ihn und das CMS noch lange gibt?
  4. Wenn Ihr Euch für Open Source entscheidet: Wie breit ist die Entwickler-Basis des angestrebten CMS? Wie viele Agenturen gibt es, die das System anwenden und weiterentwickeln können? Wenn beide Zahlen hoch sind, sieht es gut aus.
  5. Könnt Ihr mit den Nachteilen von Open Source Software leben? Anders als bei Systemen aus einer Hand kann hier die Qualität gerade der zusätzlichen Module schwanken. Coding Guidelines schaffen zwar Abhilfe, werden aber nicht immer beachtet.
  6. Wollt Ihr die Vorteile von Open Source Software nutzen? Da der Quellcode offen ist und von vielen Programmierern genutzt und weiterentwickelt wird, werden Fehler und Sicherheitslücken oft schnell erkannt und behoben.

Auf Themen wie das gewünschte Betriebssystem bzw. die Serverumgebung, unter dem das CMS laufen soll, oder die Möglichkeit, andere Schnittstellen zu bedienen, gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Ich habe meine Wahl schon vor Jahren getroffen. In der Folge geht es also nur um Content Management Systeme, die Open Source sind.

Welche Funktionen werden benötigt?

Im Idealfall hat das CMS Eurer Wahl alle Module, die Ihr jetzt (und in den nächsten Jahren) benötigt, schon an Bord: Seiten, Artikelverwaltung, Forum, Social Media Einbindung usw. Wenn das nicht möglich ist, sollte es Zusatzmodule zur Installation geben, die fehlende Funktionen nachrüsten. Für alles Weitere empfiehlt sich ein System, das über eine API verfügt und damit eine kostengünstige und schnelle Entwicklung auch individueller Funktionen erlaubt.

Wie suchmaschinenfreundlich ist das CMS?

Hier geht es z.B. um die strukturierte und saubere Ausgabe der Inhalte. Eine semantisch korrekte Auszeichnung der Text und Medien sorgt dafür, dass Suchmaschinen die Inhalte optimal indizieren können.
Auch wenn Meta-Tags im engeren Sinne, besonders die Keywords, in der Suchmaschinenoptimierung schon lange keine Rolle mehr spielen, ist eine individuelle Auszeichnung der Seiten (und möglichst auch der Artikel) dennoch von Bedeutung. Auch die Umschreibung der Seitenlinks in suchmaschinenfreundliche Form und die freie Konfigurierbarkeit der Seitentitel ist von Bedeutung. Wenn das von Euch gewählte CMS hier punkten kann, ist es gut.

Wer soll die Website benutzen und pflegen?

Eine flexible Rechteverwaltung kommt dann zum Tragen, wenn im Frontend mehr als eingeloggte und nicht eingeloggte Besucher unterschieden werden sollen oder im Backend nicht nur der Administrator selbst arbeiten soll. Gibt es also eine flexible Benutzerverwaltung, die den Zugriff auf die Inhalte der Website granular regeln lässt?

Nicht unwichtig ist auch, ob die Umgebung, in der die Redakteure arbeiten,

  • nach Bedarf konfiguriert werden kann: wer nur Nachrichten einpflegt, muss keinen Zugriff auf die Benutzerdaten haben.
  • Einen modernen WYSIWYG-Editor bietet, der sich in den Funktionen einschränken läßt.
  • Eine intuitiv benutzbare Medienverwaltung besitzt

In dieser Artikelserie stelle ich Euch die besonderen Fähigkeiten von Drupal in diesen Disziplinen vor. Vielleicht passt es ja für Euch?

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.

6 Gedanken zu „Der besondere Charme von Drupal – Teil 1

  1. ACRIS E-Commerce

    Wir arbeiten eigentlich nur mit Typo 3, das hängt wohl auch damit zusammen, dass wir hier entsprechendes Know How haben. Jede neue Software bedeutet halt wieder viel Einarbeitungszeit.

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