Wenn Amazonen über Barrieren springen müssen

Es ist schon ein typisches Zusammentreffen der Ereignisse: Eben kam ein bei Amazon bestelltes Buch an (schnell wie immer), und ich habe mich hier auf dem Dorf wieder mal gefreut, wie einfach das heute mit dem Bestellen per Internet geht. Und dann lese ich einen Artikel von Eva Papst auf ihrer Website WAI-austria, die noch nicht ganz so weit ist: Sie hat gerade versucht, auch bei Amazon zu bestellen.

Da sie blind ist, hat sie wieder mal ihre eigenen Erfahrungen gemacht: Eine optisch ansprechende und/oder gut nutzbare Website muß noch lange nicht zugänglich bzw. barrierefrei sein. Wer mit anderen Hilfsmitteln als dem Bildschirm und der Maus unterwegs ist, kann das Angebot nicht in vollem Umfang nutzen. Manche Websites sind ganz rigoros: Ich erinnere mich an einen Vortrag von Dorothea Winterling, die die Website eines großen Unternehmens, dessen Angebot sich an den Endkunden richtet, mit einem Screenreader vorführte: Wir bekamen nur ein Bild zu „hören“.

Ich empfehle den Bericht von Eva Papst allen Unternehmern, die glauben, dass eine schöne, optisch ansprechende und funktionenreiche Website auch wirklich für ihr Unternehmen arbeitet. Wenn diese Website nicht auch zugänglich ist und Information sowie Funktionen allen potentiellen Kunden zur Verfügung stellt, sperrt sie diese aus. Redundanz bei der Informationsaufbereitung ist im Internet nie verkehrt, mehr ist eben manchmal einfach auch wirklich mehr.

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.