Marketing-Chance für Ärzte

Jeder sein eigener Arzt: Die Selbstmedikation ist im Zeitalter der Gesundheitsreform ein Thema. Das Internet ist eine Informationsquelle für alle, die sich erst einmal selbst behandeln wollen, bevor sie 10 € für den Arztbesuch und diverse Zuzahlungen für Medikamente riskieren.
Auch der mündige Patient recherchiert im Internet, um sich für das Gespräch beim Arzt vorzubereiten. Wer einmal durch eine überlastete Notaufnahme geschleust wurde oder nach dem Arztbesuch mit Erklärungsbedarf und nicht geheit zurückblieb, weiß, was gemeint ist. Gesundheitsvorsorge, Vorbeugung, Fitness: Alles erfahren wir online.
Woher kommen aber qualifizierte Gesundheitstipps? Eine Studie aus den USA zeigt, dass wir verläßliche Gesundheitsinformationen zuerst von unserem praktischen Arzt erwarten. Leider haben die nur selten eine Website, und wenn, dann steht da nur etwas über „unser Team“ und die Öffnungszeiten. Das hat den Pharmafirmen eine Chance eröffnet: Sie stellen Informationen bereit, die dann von den Patienten über Suchmaschinen gefunden werden. Lieber würden diese aber auf die Website ihres Hausarztes gehen, um sich da zu informieren.
Hausärzte haben den Vertrauensbonus und könnten ihn zur Kundenbindung nutzen. Dafür brauchen sie nur eine Website, die den Patienten die Informationen bietet, die sie erwarten. Auch wenn die amerikanische Studie schon aus juristischen nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar ist: Wer sich gut aufgehoben fühlt und den Arzt als kompetenten Partner wahrnimmt, kommt wieder und akzeptiert auch, wenn er für ihn kostenpflichtige IGeL-Leistungen in Anspruch nehmen sollte. Eine aktuelle, patientenorientierte Website ist der beste Weg dahin.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Marketing abgelegt am von .

Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.

2 Gedanken zu „Marketing-Chance für Ärzte

  1. Jutta Kemperle

    In deutschen Arztpraxen macht sich derzeit ein neues Schlagwort breit : Qualitätsmanagement. Im Rahmen eines solchen QM kann auch eine Webseite dienlich sein, die Informationen bereit hält, um Patienten besser auf den Arztbesuch vorzubereiten. Von Marketing aber dürfen Ärzte nicht sprechen, da es nach dem Heilmittelgesetz verboten ist Werbung zu machen. Das gilt im Übrigen auch für Architekten, bei denen es in der Berufsordnung, deren überwachendes Organ die Architektenkammer ist, verankert ist. Zur Verfügung gestellt werden dürfen zwar Informationen, aber der Grad zwischen Information und Werbung ist schmal und abmahnwütige Anwälte lauern überall. Schon eine Abbildung, aus der strahlende Gesundheit herausgelesen werden könnte, kann ein Risiko sein. Ich kann Ärzte durchaus verstehen, die dann lieber auf der sicheren Seite bleiben, zumal die meisten Ärzte keine Probleme mit Patientenzahlen haben und auf ein Marketing via Internet nicht angewiesen sind. Und so bleibt es dann überwiegend bei Webseiten, die nur das Notwendigste an Information zur Verfügung stellen. Marketing ist Sache der Pharmaunternehmen.

  2. Antje Grabow

    Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn Marketing ist nicht nur Sache der Pharmaindustrie, sondern auch der Apotheken. Seit dem Inkrafttreten des Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG), werden auch Apotheker dazu gezwungen, sich mehr Gedanken über die Vermarktung ihrer pharmazeutischen Produkte zu machen. Dies insbesondere im Bereich der Selbstmedikation. Das bedeutet, dass Apotheken und Pharmaindustrie enger zusammenarbeiten müssen. Verbunden, mit einer gezielten Ansprache des Kunden. Dabei darf der Apotheker nicht nur als Arzneimittelfachmann auftreten. Vielmehr sollte die Problemlösung im Vordergrund stehen. Das Schlagwort sollte daher heißen: Kundenkommunikation. Dabei ist die direkte Ansprache der Kunden entscheidend. Der Dialog mit den Kunden ist zwar teuerer, als herkömmliche Maßnahmen, sorgt aber für eine größere Aufmerksamkeit und sichert der klassischen Apotheke einen erheblichen Vorteil. Im Zusammenhang mit einer adäquaten Beratung, können gerade Apotheken, weitere Kunden gewinnen, diese langfristig halten und die Kundenbindung verbessern. Mit einer hochwertigen Beratungsleistung in der Apotheke, gepaart mit dem bereits vorhandenen Vertrauensvorschuss, kann diese wieder zur Hauptinformationsquelle im Bereich der Selbstmedikation werden.

Kommentare sind geschlossen.