Web 2.0: CAPTCHAs bitte mit Vorsicht verwenden!

Wenn dieser Artikel etwas böse klingt, bitte ich nicht einmal um Nachsicht: Ich bin sauer! Verständlich, denn ich bin einmal zuviel mit einem hinterhältigen CAPTCHA zusammengestoßen.

Das ist für Euch sicher nichts Neues. Ihr lest Euer Lieblingsblog und möchtet den Eintrag gerne kommentieren. Klick auf den Link – Kommentarformular erscheint, und Ihr schreibt Euch alles von der Seele, was Ihr zu diesem Beitrag loswerden müßt. Abschicken!

Statt einer Kontrollansicht („Willst du Deinen Beitrag so abschicken oder lieber noch einmal überarbeiten?“) kommt ein liebevoll gestaltetes CAPTCHA in Form von welligen Ziffern und Buchstaben.

Leider sind viele Ziffern und Buchstaben leicht zu verwechseln. Aber der Herrscher dieses Blogs hat vorgesorgt („Wenn das CAPTCHA nicht zu lesen ist, mach mal ein Neues!“). Doch glaubt man zu oft, etwas lesen zu können, tippt die Zeichen ein und und schickt den herzblutgetränkten Beitrag ab. Und dann kommt nur noch eine Fehlermeldung, die besagt, dass man die Zeichen auf der Grafik eben nicht entziffert hat. Der kreative Beitrag ist weg!

CAPTCHAs vs. Web 2.0

Bitte an alle Blogger, die ihre Beiträge auch kommentiert haben wollen und sich auf eine Diskussion mit ihren Lesern einlassen:

  • Meist reicht ein Spamfilter, um das Gröbste auszufiltern. Das kann heute jede Blogsoftware.
  • Bei zweifelhaften Einträgen, die nicht eindeutig Spam sind, benachrichtigt Euch die Blogsoftware und bittet Euch um Löschen oder Freigabe des Kommentars. Das reicht in den meisten Fällen.
  • Wenn es wirklich ein CAPTCHA sein soll: bitte sorgt dafür, dass die Daten aus dem Eingabeformular durchgeschleift werden. Ist nicht so schwer. Und Eure Leser freuen sich, statt nie wieder einen Kommentar bei Euch zu schreiben.
  • Wer sich um barrierefreie gestaltung bemüht, sollte hier einmal nachlesen: http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/captcha/, bevor er wieder so eine Schranke für ihre Besucher aufbaut.

Fazit: CAPTCHAs sind wirklich gut, wenn es hart auf hart kommt. Dennoch sind sie eine Barriere für alle User! Wendet sie deshalb nur mit Bedacht an, oder Euer Blog ist nicht mehr wirklich Teil vom Web. 2.0.

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.

2 Gedanken zu „Web 2.0: CAPTCHAs bitte mit Vorsicht verwenden!

  1. Hans

    Danke für diesen Beitrag. Manchmal sind diese Dinger wirklich überflüssig finde ich. Wenn, dann sollten die wenigstens lesbar sein. MySpace ist da ein Absolut-Negativ-Beispiel in meinen Augen. Bis man Case-Sensitive rauslesen kann, muss man lange lange übern..

    Hans

  2. Gerold Braun

    Wie man mit Spam klar kommt ist entweder eine Frage der Technik (CPTCHAs finde ich eine ganz gute Lösung), oder eine Frage der Energie und Zeit, die man hat, um den Spammist immer und immer wieder zu löschen.
    Wir haben die Kommentare auf unserem zip-Marketing Blog heute stillgelegt. In den letzten Tagen waren es Hunderte von Spam-Einträgen und nicht mehr vernünftig zu handhaben.

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