Werbung mit Fragezeichen

Die neue Kampagne von tele2 wirft doch mehr Fragen auf als sie beantwortet: Da soll eine Dienstleistung billiger sein als Frau X. aus der Buchhaltung. Vordergründig betrachtet könnte man in Frau X. ein weiteres Opfer der Tatsache sehen, dass Frauen in diesem Land bei gleicher Ausbildung, Position im Unternehmen und damit verbundener Verantwortung für dieselbe Leistung immer noch weniger Gehalt beziehen als Männer. Damit sollte man keine Werbung machen, sondern es lieber schnell unter den nächstbesten Teppich kehren.

Oder verstehe ich das doch nicht so ganz *grübelt* Ja, Das beworbene Angebot ist so billig wie eine Frau, die dasselbe für weniger Geld leistet als ihr männlicher Kollege. Genialer Schachzug – das ist wirklich ein Argument: Dieselbe oder bessere Leistung zum niedrigeren Preis!!!

*grübelt nochmal* Oder liege ich doch komplett daneben? Wo liegt hier der Sinn, wen wollen die wirklich ansprechen? Oh Mann, dass ist einfach eine platte sexistische Werbung mehr auf dieser Welt!

7 Kommentare zu “Werbung mit Fragezeichen”

  1. martina schreibt am 24.04.2006 um 17:11:27

    Sexistisch und platt ist echt noch geschönt.
    Wenn es um die berufliche Leistung dieser Frau X. ginge, müsste der Satz anders lauten.
    So geht es jedoch darum, dass Frau X. selbst billiger sei als … Mit anderen Worten: die Frau als Ware. Und das darf man sich mMn unter keinen Umständen bieten lassen. :-(

  2. Susanna Künzl schreibt am 24.04.2006 um 17:26:07

    naja, ich bin auch schon etwas älter und schreibe eher dezent ;) .
    Schau mal in die Diss-Liste, dann klärt sich die Sache auf. Wie schade, dass man heute private Müllsender sehen muss, um Werbung zu verstehen. Bin echt geschockt, weil hier normale Allgemeinbildung nicht mehr weiterhilft. Oder ist das eben Werbung für die Doofen?

    Dann herzlichen Glückwunsch, sie ist sehr fokussiert und erreicht rechts und links neben der Zielgruppe vermutlich niemanden. Keine Streuverluste nennt man das, glaube ich.

  3. marketing-blog.biz schreibt am 25.04.2006 um 20:18:56

    Ich nehme mal an, dass hier keiner die Serie “Stromberg”, auf die in der Kampagne Bezug genommen wird, kennt?

    In diesem Fall: Locker bleiben…

  4. Susanna Künzl schreibt am 25.04.2006 um 21:47:15

    Klar, die kennt hier keine(r). Ein echtes Kommunikationsproblem für tele2, wenn sie ihre Leistungen an die Frau bringen wollen.

    Aber wir bleiben schon locker.

  5. Heimarbeit Blog schreibt am 03.05.2006 um 18:11:54

    Meiner Auffassung nach ist das reiner Sarkasmus. Also nur nicht aufregen.

  6. Beate schreibt am 04.05.2006 um 13:43:11

    Habe dazu einen Rundbrief entwickelt, den ich an meine Freundinnen und die Werbezeitschrift HORIZONT geschickt habe.
    Tele2 – die Schmierlappenwerbung

    Ja, ja, ja, das hat doch mit der Serie zu tun, mit dem Stromberg, mit dem preisgekrönten. Das ist doch witzig, weil… das ist doch auch immer im Fernsehen und ich weiß gar nicht, was du willst, Scheißemanze.

    So isses, Alter, jedesmal, wenn ich an diesem Plakat vorbei komme, jiepere ich nach einem Schniedel.
    Dann würd ich nämlich auch mal ein bisschen öffentliches Ärgernis errregen und dran pinkeln, an die Litfaß oder ModernMultiMediaSäule.
    Apropos Säule, das hat der verantwortliche Art?/Creative?Director (O Göttin, eine Frau wird’s ja hoffentlich nicht gewesen sein) wohl rausgelassen, als er seine Altmännerwitz verströmende Idee weiterverfolgte. Da schwabbeln doch die faltigen Bierbäuche: so’ne geile Nummer.
    Also mal in Echt, solche Sprüche konnte die Generation meines Vater (Jahrgang 1925) noch ungestraft ablassen, aber jetzt ist das doch nur noch peinlich, boah-ekel. Ich will mich mal gar nicht auf Frauenrechtlerin etc. ausspielen, nee, dieses Werbemännchen und seine Ausssage sind einfach total überaltert, wie es Deutschland in ein paar Jahren ja wohl auch sein wird. „Out wie Sau“, würde meine Freundin Steffi sagen.Also ab damit in die Mottenkiste. Und legt den Kreativfritzen gleich dazu.

  7. Susanna Künzl schreibt am 04.05.2006 um 13:56:35

    Hallo, Beate,
    wirklich, hier müssen wir garnicht erst unsere Emanzen-Vergangenheit auskramen (wer war das nicht, etwa mit 17), um uns zu wundern, dass solche Werbung sich auf die Straße/ins globale Dorf traut. Kein Grund zur Aufregung, auch wenn sich die Kampagne hinter dem Grimme-Preis versteckt wie ein Porno-Blättchen hinter dem künstlerischen Anspruch der Bilder.

Kommentar schreiben