Nofollow-Links vs robots.txt

Jill Whalens Newsletter beschäftigt sich in Ausgabe 164 beschäftigt sich diesmal mit Sinn und Unsinn der nofollow-Auszeichnung für Links. Ich übersetze diesen Artikel hier mit ihrer Erlaubnis:

Die Frage:

Hallo, Jill,
Auf der letzten Search Engine Strategies Conference brachten einige der Referenten das Thema "nofollow-Links" zur Sprache. Leider konnte ich als Anfängerin in Suchmaschinenoptimierung der Unterhaltung nicht ganz folgen. Sie erwähnten, dass es um den Ausschluß von Links auf ihrer Seite ging, denen die Suchmaschinen nicht nachgehen sollten. Ist das nicht genau die Aufgabe der robots.txt-Datei? Und warum sollte man einen Links setzen, dem die Suchmaschinen nicht folgen sollen?

Kannst Du mir das Klarheit verschaffen?

Danke – Paulette

Jills Antwort:

Hi, Paulette,
nofollow-Links und robots.txt funktionieren ganz ähnlich, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Leider haben viele fälschlich das nofollow-Attribut gesetzt, wenn sie eigentlich ganze URLs von der Verfolgung durch die Suchmaschinen ausschließen wollten – und das macht man per robots.txt.

rl="nofollow" ist ein neues Attribut, ich glaube, erst ein Jahr alt. Meines Wissens geht es auf Danny Sullivan zurück. Er forderte die Suchmaschinenbetreiber auf, sich auf die Befolgung eines Codes zu einigen, der nicht vertrauenerweckende Links kennzeichnete, die wahrscheinlich auch nicht vom Seitenbetreiber selbst auf die Seite gestellt worden waren. Hauptziel war es, die Absichten von massivem  Kommentarspam in Blogs zu durchkreuzen. Kommentarspam ist derzeit die Hauptform von Blogspam und hat die Rolle von Gästebucheinträgen und FFA-Listen übernommen.

Fakt ist: In vielen Blogs sind Kommentare zugelassen, sie werden aber nicht ausreichend beobachtet. So können Spammer autimatisiert oder von Hand einträge vornehmen und sich selbst mit einem Backlink versorgen. So wurden Blogs zum guten Ziel für Spammer, da diese Backlinks dem Ranking ihrer Seiten weiterhilft.

Mit dem nofollow-Attribut hat man die Möglichkeit, schon im Blog-Template zu verankern, dass Links in Kommentare so ausgezeichnet werden. Sinn der Sache war, sie automatisch als nicht vertrauenswürdig zu kennzeichnen.  Das sschützt Forum- und Blogbetreiber davor, ihre Einträge und Kommentare zu genau beobachten zu müssen. Das erlaubt, Links für Besucher zu posten, ohne dass der Page Rank sich auf die Zielseite vererbt.

 Interessant ist, wie sich die Dinge in diesem Jahr entwickelt haben. Einerseits ist nicht klar, inwieweit die Suchmaschinen sich an nofollow halten. Yahoo z.B. zeigt solche Links immer noch als Backlinks an. Zudem hieß "nofollow" nicht, dass die Suchmaschinen dem Links nicht folgen und die Seite indizieren sollten, es meinte nur einfach: "Hallo, den Link habe ich nicht gesetzt, also folgt ihm auf eigene Verantwortung. Ich habe nicht gesagt, dass die Seite dahinter gut ist."

 Das nofollow-Attribut wird heute für alles Mögliche benutzt, das nicht im Sinne des Erfinders ist. So versuchen manche Leute, damit den PR-Fluß von ihrer Seite zu filtern. Es gibt dazu ein paar Forumseinträge (Kommentar: Auf Jills Forum):

http://www.highrankings.com/forum/index.php?showtopic=16583 und http://www.highrankings.com/forum/index.php?showtopic=16956.

Man kann also sagen: nofollow ist für die Links auf Deiner seite, denen Du nicht traust. Wenn ich sehe, dass manche Seiten es für die eigene Hauptnavigation und Links innerhalb der Website nehmen, lache ich mich schlapp. So sagen sie den Suchmaschinen eigentlich nur, dass sie ihren eigenen Inhalten nicht vertrauen. Links, die man seinen Besuchern empfiehlt, zeichnet man nicht mit nofollow aus. So versteckt man sie auch nicht vor den Suchmaschinen (das funktioniert nicht), und man zeigt den Suchmaschinen auch nicht, wo sie auf der Site hingehen sollen und wo nicht.

Wenn Du wirklich Seiten von der Indizierung durch die Suchmaschinen ausschließen willst, geht das über robots.txt. Das ist eine einfache Textdatei auf dem Server, die den Robots sagt, welche Dateien und Verzeichnisse der Website sie nicht besuchen dürfen. Wenn Du also verhindern willst, dass bestimmte Seiten in den Suchmaschinen auftauchen, verzichte auf nofollow, robots.txt ist Dein Freund. Schütze diese Inhalte zusätzlich mit Passwort, denn robots.txt bietet keine Sicherheit. Es ist eher ein Landkarte aller Seiten, die Du nicht indiziert haben willst., weil jeder Deine robots.txt aufrufen kann, indem er den Dateinamen an den URL Deiner Website anhängt. Versuch es mal, indem Du eine Domain in die Adresszeile tippst und /robots.txt anhängst.

Jill 

Jill Whalen ist mit ihrer Firma High Rankings eine international anerkannte Beraterin für Suchmaschinenoptimierung und Verfasserin des wöchentlich erscheinenden High Rankings Advisor, ihrem Suchmaschinenmarketing-Newsletter. Ihr Kernkompetenz sind Suchmaschinenoptimierung sowie Beratung und Seminare zum Thema. Jills Handbuch “The Nitty-gritty of Writing for the Search Engines“ unterrichtet Unternehmer darin, wie und wo sie relevante Suchbegriffe in ihre Website einbauen, damit sie für Besucher lesbar sind und und auch eine hohe Platzierung bei den wichtigsten Suchmaschinen erreichen.

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.