Jenseits von Suchmaschinenoptimierung

Wer wieder einmal Frust schiebt, weil 2005 über die Website so garkeine Aufträge gekommen sind, kann für das schon etwas angeknabberte Neue Jahr ja noch schnell ein paar gute Vorsätze fassen. Erfolgreiche Websites sollten selbstverständlich zuerst auf eine solide, googleupdatefeste Suchmaschinenoptimierung bauen. Sie zählen auf:

  • sauberen, schlanken Code (Tabellen sind wirklich nur Tabellen, keine Layoutkrücke)
  • ebenso sauber recherchierte Keywords, die den direkten Draht zwischen Angebot und Kunden herstellen, statt sich auf das glatte Eis der beliebtesten (und umkämpftesten) oder unbekanntesten (und damit toten) Keywords zu begeben.
  • eine saubere Verlinkung in guter Nachbarschaft und verzichten auf Gästebuch-, Referrer- und Blogspam.

Google ist eine wichtige Zielgruppe für unsere Website, aber wer den Leser aus den Augen verliert, macht am Ende keine Geschäfte. Dann kommt der Leser auf der Suche nach einer Information, einem Produkt vielleicht auf unsere hervorragend gerankte Seite, fühlt sich aber durch den nur für Suchmaschinen geschriebenen, oft unverständlichen Inhalt abgestoßen und klickt sofort weiter. Für uns kein Problem: Eine gut gebaute Website schafft den Spagat zwischen Suchmaschinenoptimierung und Lesbarkeit. Sie setzt hier an:

  • Pro Seite konzentriert man sich auf 2-5 Keywords. Je enger die Keywords inhaltlich zusammenhängen, z.B. weil sie Synonyme sind, desto mehr Keywords lassen sich pro Seite verwenden. Ziel ist eine thematisch möglichst eng begrenzte Seite, die deshalb zum Thema auch hohe Relevanz hat.
  • Google und alle anderen Leser sind sich einig: Keywords sollten in ihrer natürlichen Umgebung auftreten, und das sind ganze Sätze in sinnvollem Zusammenhang. Simple Keyword-Listen oder Doorway-Seiten aus der Retorte erkennt heute sogar der tumbe Bot und sortiert sie aus. Nochmehr die Person, auf die es ankommt, also der Leser, der zum Interessenten und dann zum Kunden werden soll.
  • Internetnutzer sind ungeduldige Leser und haben gerne knappe Listen und übersichtliche Informationen vor sich. Eine Seite muß auch nicht lang sein, um gut gelistet zu werden. Wenn die Keywords im richtigen Verhältnis zum restlichen Text stehen (ca. 7% Keywords im Text), liest es sich angenehmer und die Seite kann sich ruhig so kurz fassen, wie wir sie selbst gerne im Internet lesen.
  • Wenn der Text wirklich einmal länger ist, schaffen Zwischenüberschriften Abhilfe und Übersicht. Eine semantisch sauber gegliederte Seite hat einen Punkt in Sachen Barrierefreiheit gut gemacht, kann aber durch die Keywords in den Überschriften auch bei Goolge punkten.
  • Metatags sind tot: Dennoch sollten man die Description einer Website immer ausfüllen. Der Text sollte kurz sein, alle 2-5 Keywords der Seite enthalten und den Leser zum Klicken aufordern.
    Beispiel:
    "Wir erstellen barrierefreie Websites für Existenzgründer in Nürnberg – kostenlose Beratung"
    Für alle 4 (fetten) Keywords gibt Google jetzt die Description der Seite aus, statt sich irgendein Snippet (=Fetzen) aus dem Seiteninhalt herauszugreifen, das die Begriffe enthält. Eine gute Description versichert den Anwender, dass die Seite hinter dem Link wirklich relevant und interessant ist. Eine gut getextete Description ist die Brücke zwischen Suchergebnissen und Leser. Sie schafft Vertrauen.
  • Dasselbe gilt für Googles AdWords. Die Kleinanzeigen im Web solltet Ihr vom Profi texten lassen, denn nur der schafft zielgerichtete Kommunikation auf engstem Raum. Eine erfolgreiche AdWords-Anzeige kostet weniger sinnlose Klicks, weil der Text punktgenau die Zielgruppe anspricht und gleich klarstellt, dass es hier keine kostenlosen Tipps für Homepagebastler, sondern maßgeschneiderte Websites gibt.
  • Hinter jeder AdWords-Anzeige sollte eine Landeseite stehen, die den Leser da abholt, wo er vom Anzeigentext herkommt. Die Homepage ist sicher nicht das Richtige, denn hier stehen meist allgemeine Informationen. Um einen erfolgreichen Ablauf von Suchbegriffen, Anzeigentext und Landeseite zu erstellen, der den Leser nicht allein läßt, sondern ihn zum Ziel und Euch zum Auftrag führt, muss man eine konsistente Kette erstellen:
    -> Gut recherchierte Keywords
    -> Zielgruppengerechter Anzeigentext
    -> Eine Landeseite, die den Leser umfassend informiert und zum Handeln veranlaßt. Er sollte wenigstens einen E-Mail-Link vorfinden, besser noch ein Bestellformular oder eine Info-Telefonnummer.
    Nur wer die Distanz, die eine Website zwischen Besucher und Angebot aufbaut, überbrückt, macht aus Lesern Kunden.

Suchmaschinenoptimierung und Seiten, die den Leser zum Kunden machen, sind wirklich kein Widerspruch. Setzt das im Neuen Jahr gleich einmal um.

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.

2 Gedanken zu „Jenseits von Suchmaschinenoptimierung

  1. Katalog-Master

    > (Tabellen sind wirklich nur Tabellen, keine Layoutkrücke)
    Das sollte zwar so sein aber ich würde es nicht als essentiell sehen wenn es darum geht eine vernünftig gerankte Webseite zu erstellen.
    Da sind die anderen von ihnen genannten Punkte tausendmal wichtiger.

    Gruß
    Katalog-Master

  2. Susanna Künzl Beitragsautor

    Da normalerweise Tabellen nicht vergleichsweise harmlos benutzt werden (z.B. drei Zellen einer Spalte für den beliebten Layout-Dreispalter), sondern vergegewaltigt und endlos verschachtelt werden, weil Grafikprogramme das unterstützen und man so ja gar so einfach ein grafisches Layout in HTML umwandeln kann, ist der Punkt leider immer noch wichtig. Man glaubt kaum, wie oft man auf solche Seiten stößt, die heute noch erstellt werden *horror*
    Susanna

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