Die Wahrheit, die Wahrheit und nichts als – das Blog?

Eine interessante, medienspezifisch auf mehrere Autoren und Blogs verteilte Diskussion beschäftigt sich mit der Authetizität der Blogs: Wie offen und ehrlich ist der durchschnittliche Blogger? Anlass war wohl das vor ein paar Tagen neu gestartete Business-Blog von Frosta (nein, hier gibts keinen Link für Euch, Brüder). Kann ein Business-Blog, das sich offen, ehrlich, authentisch (und im ersten Posting gleich mehrfach spontan) nennt, dieses Versprechen einhalten? Und was dürfen wir von Blogs erwarten?

Viele Blogger betreiben mehr als ein Online-Tagebuch: Welches davon gibt nun ihre wahre Natur wieder? Wo schreiben sie wirklich ihre Meinung oder das, was sie für Wahrheit halten; wie findet Meinungsbildung über Blogs statt?

Robert Basic schlägt ein nicht ganz ernst gemeintes Zertifikat für den ehrlichen Blogautor vor.
Silke Schümann beschreibt die Wahrheitsfindung via Blog so:

Letztlich erfinden wir uns unsere Wahrheit so oder so oder auch ganz anders und doch können wir uns in den meisten Fällen auf so etwas wie Wahrheit einigen. Manchmal später manchmal früher erreichen wir einen Konsens über Hintergründe, Akteure und Auswirkungen.

Die Diskussion über Blogs hinweg ist für mich ein lebendiges Gespräch, auch ein Mittel der Meinungsbildung, ein Korrektiv. Anders als in Diskussionsforen sitzt hier jeder Diskussionsteilnehmer im eigenen Raum und überläßt den Lesern, ob sie ihn und seine Meinung aufsuchen wollen. Der Leser begibt sich in dem Fall aus der neutralen Welt eines Forums in die persönliche Umgebung eines Blogs, lernt den Schreiber so auch näher kennen. Und der Blogger läßt durch Blogdesign, Beiträge und Impressum mehr über sich und seine Person heraus. So zeichnet er auch eher verantwortlich für das, was er schreibt.

Da gibt es auch kein Widerspruch, wenn man mit mehreren Blogs im Internet vertreten ist: Wie jeder im realen Leben in verschiedenen Rollen unterwegs ist (Unternehmerin, Interviewpartner, Vater, Elternbeirat, Wähler, Konsumentin), verwirklichen wir uns in unseren Blogs in Rollen. Da mag auch ein gut Teil Selbstdarstellung und – gerade bei Businessblogs – Marketing enthalten sein. Gut so, dass gehört zur Rolle. Und wer den Blog liest, kann feststellen, in welcher Rolle sein Autor hier unterwegs ist. Das ist für mich Authentizität. In diesem Sinne wird sich auch der Frosta-Blog der ihm innewohnenden Wahrheit nicht entziehen können und authetisch sein.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Bloggen abgelegt am von .

Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.