Gute Vorsätze

Wir haben zwar noch nicht einmal Weihnachten, aber die nachdenkliche Stimmung mit Tendenz zum Jahresresumée geht durch viele Blogs (metamorphine, Werbeblogger und andere): Haben wir im ablaufenden Jahr unsere Preise realistisch und professionell kalkuliert oder uns aus lauter Nettigkeit (damit der Kunde uns lieb hat) oder Unsicherheit, ob das Geschäft nicht doch über den Preis gemacht wird, zu schlecht verkauft?

Wir sollten uns aber nicht dafür bestrafen, dass uns die Arbeit Spaß macht und dass sie – manchmal – von der anderen Seite der Ladentheke her so leicht ausschaut (Zeichnen können wir schließlich alle, Frontpage für die Website ist bei jedem Office-Paket dabei, und zielgruppenorientierte, mediengerechte Texte sind auch kein Ding, weil Schreiben schließlich auch alle können, siehe oben). Qualität sieht anders aus, die kommt von uns!

Es ist auch nicht verkehrt, mit dem Honorar ausreichend Geld für die eigenen Brötchen und gerne die Butter dazu zu haben. Ob wir uns Kreative nennen oder eher aus der Technik-Ecke kommen, uns ist das betriebswirtschaftliche Denken leider nicht in die Wiege gelegt worden. Hier gleich ein erster guter Vorsatz für das Neue Jahr: Eine saubere Kalkulation basteln. Und die enthält nicht nur das Gehalt, das ich mir auszahlen möchte, sondern auch

  • Steuern
  • Krankenversicherung incl. Arbeitgeberanteil (zahlen wir uns selbst)
  • Rücklagen für Alter, Krankheit, Betriebsausfälle
  • Betriebskosten (weil wir uns den PC incl. teuerer Software selbst spendieren müssen)

Anders als im angestellten Leben werden wir auch nicht 12-13mal im Jahr mit einem Monatsgehalt beglückt. Ein realistischer Stundensatz entsteht, wenn wir aus den verkäuflichen Tagen und Stunden dies herausrechnen:

  • Feiertage
  • Urlaub (wollen wir auch!)
  • Krankheit 

So bleiben im Jahr nur ca. 210 Tage zu 8 Stunden. Wer realistisch rechnet, weiß, dass sich auch nicht alle Stunden verkaufen lassen. Ein Teil geht z.B. für Akquise und Fortbildung drauf. Man geht also von etwas weniger aus. Wenn wir jetzt die verkäuflichen Stunden zu unserem angestrebten Monatseinkommen in Bezug setzen, müssen wir hart und realistisch bleiben. Und uns auch von Billigheimern, ambitionierten Schülern und Angestelltentarifen nicht ausbremsen lassen. Qualität kostet. Und uns kostet sie manchmal einen Kunden, auf den wir dann aber im Sinne der Selbstachtung und der Leistung, die wir zum Billigtarif erbringen könnten, verzichten.

Man muß auch mal drüber lachen können. Wie ich über den entsetzten Interessenten, den ich über die minimalen Kosten für eine Website informiert hatte. Antwort: "Waaas, so teuer? Ich kenne einen, der macht’s mir für 300 Euro!" Mehr wollte ich dann nicht wissen.