Ehrenrettung für Suchmaschinenoptimierung

Eben auf A2O gefunden: Eine dezidierte, wenn auch verständliche Absage an die Suchmaschinenoptimierung als unseriösen und unsinnigen Versuch, die Suchmaschinen und die User zu übertölpeln. Das können wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen 😉

Silke Schümann zieht hier gegen Suchmaschinenoptimierer des Jahres 2000 (oder der Internet-Steinzeit) zu Felde. Da ich selben SEO anbiete, verstehe ich das auch sehr gut. Moderne SEO sieht aber anders aus: Keywordrecherche ist Brot und Butter, denn ich will ja in Website und Webtext auch die Wörter gebrauchen, die dem Inhalt allgemein , vielleicht auch umgangssprachlich, jedenfalls von meiner Zielgruppe zugeordnet werden.

Sicher hast jeder von uns schon einmal einen bestimmten Inhalt medizinischer Art gesucht, ohne die exakte lateinische Bezeichnung der Krankheit zu kennen: Keine Chance, qualifizierte Inhalte zu finden, wenn man nur nach umgangssprachlichen oder allgemein bekannten Begriffen recherchiert, da die wirklich interessanten Artikel nur besagte Fachbegriffe enthalten.

Wenn ein Unternehmen seinen Interneterfolg auf eine nicht zielgruppengerecht (oder nur mit Werbe-Dummsprech) getextete Website setzt, hat es schon verloren. Deshalb ist Keywordrecherche wichtig und legitim. Wir kloppen die Teile schließlich nicht mehr klammheimlich in die Metatags, um uns zu beliebigen Begriffen (Sex, Sex, Sex…) finden zulassen.

Für Teil 2 der Suchmaschinenoptimierung hat sie Recht: Wer nur für Suchmaschinen textet und codiert, schadet nicht nur den Besuchern, sondern auch sich selbst. Eine Website, die mit einer sinnlosen Aufreihung der Keywords gefüllt ist, nützt dem Besucher garnichts. Und da er gleich wieder weiterklickt, schadet das auch dem Unternehmen und Betreiber der Website. Moderne und zielführende Suchmaschinenoptimierung ist ein sinnvoller Prozess:

  • Suche die Begriffe, die Deine Zielgruppe für Dein Produkt verwendet. Dabei darf man gerne auch problem- oder lösungsorientiert, nicht nur mit Blick auf das Produkt denken.
  • Qualifiziere diese Begriffe: Welche werden tatsächlich gesucht,
    welche sind so unspezifisch, dass man einen Modifizierer braucht (Immobilien Frankfurt statt nur Immobilien),
    bei welchen bist wegen der riesigen Konkurrenz chancenlos und solltest sehen, ob sich nicht ein genauerer Begriff findet, den Deine Zielgruppe gut kennt und der nicht so viele Ergebisse produziert?
  • Schreibe Deinen Text für Deine Zielgruppe, achte aber darauf, die Keywords in ausreichender Menge (Keyworddichte ~ 5%) und an den richtigen Stellen (title-Tag, Überschriften, …) einzubauen

Begriffe, bei denen die Konkurrenz zu groß ist, kannst Du für eine PPC-Kampagne verwenden. Auch hier gilt:

  • Wenn die Keywords nicht im Anzeigentext stehen, wird der User nicht darauf klicken.
  • Wenn auf den Klick keine gute Landeseite folgt, die dem Besucher den erwarteten Nutzwert bietet, kannst Du du die Kampagne vergessen

Für mich ist SEO wichtig fürs Geschäft und – wenn sauber und mit gesundem Menschenverstand durchgeführt – erfolgreich und zielführend. Intelligente Suchmaschinenoptimierung bringt die Inhalte zu den Benutzern: Wie gut, dass das dann auch oft Kunden sind.

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Über Susanna Künzl

Seit 12 Jahren berate ich Unternehmen auf ihrem Weg ins Internet. Ziel ist eine Website, die den Kunden wie ein aktiver Mitarbeiter unterstützt. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt auf den Content Management Systemen und ihrer Programmierung. Diese CMS sind meine Baustelle: TYPO3, Drupal, Wordpress und Joomla.

6 Gedanken zu „Ehrenrettung für Suchmaschinenoptimierung

  1. Silke Schümann

    Den Paradigmenwechsel habe ich in meiner Absage drin. Fachausdrücke der Zielgruppe anpassen ist optimieren für Menschen und nicht für Suchmaschinen.

    Auch viele heutige Suchmaschinenoptimierer versuchen mit allen Tricks einen Werbeprospekt in die Suchtreffer der Fachartikel zu platzieren. Denn die Zielgruppe sucht nach Fachartikeln stärker als nach Werbebroschüren.

    Damit ist Suchmaschinenoptimierung ein Kampf gegen den Internetnutzer und gegen Suchmaschinen. Ich plädiere dafür, sich auf die Menschen zu konzentrieren und dabei das Medium Internet und Datenbank bewußt zu integrieren, also möglichst ehrliche Metainformationen über den Inhalt zu liefern.

    „Intelligente Suchmaschinenoptimierung“ ist keine Suchmaschinenoptimierung, sondern da sind wir wieder bei der Optimierung für Websitegäste. ;o)

  2. Pingback: netztaucherbrille

  3. artemide Beitragsautor

    Die richtige Wahl der Keywords und die Unterbringung der Keywords im Text ist nicht nur Optimierung für User: Wer eine Website liest, dem ist egal, ob die Überschrift mit und die Keywords darin als gefettet oder – semantisch richtig und suchmaschinenfreundlich – als ausgezeichnet ist.

    Die schönste Seite nützt nichts, wenn sie garnicht erst gefunden wird. In dem Sinne bin ich auch für Infoseiten (in ihrer Extremform Doorwaypages genannt): Da Inhalte aus komplexen Datenbanken (z.B. Shops) nicht von sich aus suchmaschinentauglich sind, kann man ruhig eine mehr für die Suchmaschinen getextete Seite vorschalten, die auf die Inhalte der eigetlichen Website hinweit.

    Auch eine schön gestaltete Flash-Site ist alles andere als suchmaschinentauglich. Wer hier nicht nachhilft, kann es glatt vergessen 🙁

    Dennoch gilt wie Silke Schümann schreibt: Es kommt danach auf den Benutzer an. Wenn der nicht findet, was er auf der Website erwarten darf, ist SEO Internet(Umwelt)verschmutzung.

  4. Linkpop

    Ich lese hier immer nur von Keywords, On-Site Optimierung, usw. Im Prinzip ist das doch total banal, denn vernünftige Backlinks zählen um einiges mehr. Ich sage nur „miserable failure“… Ich halte die Keywordoptimierung für eine begrenzt sinnvolle Angelegenheit. Dee Ressourcen sind in einer Linkkampagne wesentlich besser aufgehoben.

    Man kann nur das nächste google – Update hoffen, damit die ganzen KW-optimierten Seiten mit ihrem pseudoenzyklopädischem Content als Trägerseiten für Tonnen von adsense und overture ads endlich wieder verschwinden. Aber mal schauen was für google wichtiger ist…adsense vs. Benutzerfreundlichkeit

  5. Susanna Künzl Beitragsautor

    Zwischen Backlinks und Google-Bombing ist doch ein kleiner Unterschied. Backlinks sind gut, aber ohne ordentliche Onsite-Optimierung bringt das nicht viel, es sei denn => Google-Bombing.
    Für mich ist gute Keywordrecherche und Onsite-Optimierung einfach die Basis. Das hat nichts mit Spamming zu tun, sondern nur mit einer optimalen Sichtbarkeit der Inhalte.

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