Websites: Was nervt wirklich?

Eine aktuelle Umfrage (Tailor Nelson Sofres TNS, Juli 2005) aus USA zeigt, was uns (und natürlich auch unsere Besucher und potentiellen Kunden) auf die Nerven fällt. Was sollte man vermeiden, wenn man User nicht gleich beim ersten Kontakt mit unserer Website vor den Kopf stoßen will? Hier die Hitliste der Dont’s:

  • Pop-Up-Werbung (34,9% der Nennungen)
  • Zwang zu Registrierung vor dem Besuch der Seite (16,7%)
  • Notwendigkeit, Plug-Ins herunterzuladen, bevor man die Website ansehen kann (15,7%)
  • Seiten, die sich zu langsam aufbauen (9,1%)
  • Tote Links (4,7%)
  • Verwirrende Navigation, zu viele Klicks, um ans Ziel zu kommen (4,1%)
  • Überholte Inhalte (3,1 %)
  • Keine Kontaktinformationen (nur bei Formularen, 2,6%)
  • Musik oder andere Tondaten, die automatisch ablaufen (2,0%)
  • Zurück-Button des Browsers wurde unbenutzbar gemacht (1,7%)
  • Unergiebige Suchfunktion (1,6%)
  • Funktional überladene Seiten (überflüssige Splash-Screens usw., 1,5%)
  • Beweglicher Text (0,9%)
  • Links öffnen ein neues Fenster (0,3%)
  • Schlechtes Design (0,3%)
  • Nichts von allem (0,9%)

Dabei äußerten 75% der Probanden, dass sie höchst wahrscheinlich oder vermutlich eine Seite, die sie stört, auch nicht mehr besuchen würden. Eebenfalls 75% gaben an, dass sie auch Werbung dieser Firma, der sie zuvor zugestimmt hatten, nicht mehr empfangen wollten. Noch bedenklicher: 70% würden Produkte der Firma, deren Website sie dermaßen stört, wohl nicht mehr kaufen, sei es über deren Website oder im Laden. Wie erwartet hätten nur 25% der Probanden sich beschwert. Es ist ja bekannt, dass unzufriedene Kunden sich verhalten wie ein Eisberg: Nur der kleinste Teil taucht auf, der Rest bleibt unsichtbar und bringt das betroffene Unternehmen durch negative Mundpropaganda zum Kentern.

Für mich sind die Signale deutlich: eine unprofessionelle Website, die ihre Besucher mit unerwünschter Werbung bombardiert und sie zur Abgabe von mehr Daten verpflichtet, als diese zu geben bereit sind, ist kontraproduktiv. Viele Dinge, die der Betreiber als attraktiven, modischen Mehrwert einschätzt oder wenigstens für nett bis harmlos hält (Musik, Ton, Zappeltext), wird von den wenigsten Besuchern goutiert. Wenn ich die Dont’s zu einem eisernen Gesetz der Website zusammenfassen sollte, sähe das so aus:

  1. Überlege Dir, mit welchen Daten Du Deine Besucher konfrontierst. Wähle sie sorgfältig aus.
  2. Sei sparsam mit allem, was Deine Besucher einschränkt oder bevormundet: zwangsweise verordnetes Login, Seiten, die nur mit einem Plug-In dargestellt werden können oder Javascript-Weiterleitungen (nett für Dich, aber deine User kommen nicht mehr zurück auf die Ausgangsseite)
  3. Plane Deine Navigation und Seitenstruktur sorgfältig, halte Inhalte notfalls redundant vor: Nicht jeder denkt wie Du, wenn er etwas sucht.
  4. Sorge für alle Basics: Links sollten funktionieren, wichtige Informationen immer erreichbar sein
  5. Inhalte sind nur gut, wenn sie noch gültig sind.
  6. Ach ja: Wenn noch Geld da ist, sorge möglichst auch für ein ansprechendes Design.

Quelle: Ad Maiora Source

5 Gedanken zu „Websites: Was nervt wirklich?

  1. Pingback: netztaucherbrille » Was nervt Besucher an Webseiten ?

  2. Pingback: Don’ts bei Webseiten (schlechtes Webdesign) » Aktuelles zu Suchmaschinenoptimierung + Webdesign zur Weboptimierung fr Suchmaschinen, Suchmaschinenoptimierung

  3. Musik

    Mich wundert es, dass PopUps an erster Stelle genannt werden, denn diese kann man doch durch einen guten PopUp-Blocker leicht blockieren. Ich finde das nervigste ist Hintergrundmusik. Besonders wenn man die Boxen laut eingestellt hat, und es einen dann anschließend aus dem Sessel haut.

  4. Anonymous

    Besonders interessant ist wohl, dass PopUps ja angeblich sooo nervig sind, aber wenn man einschlägige Quellen konsultiert, erfährt man, dass sie doch immer noch wirken. Wenn sie nicht wirken würden, würde kaum ain Werbetreibender sie einsetzen, denn die Wirkung von Werbung wird überprüft wie kaum etwas anderes im Netz (und nicht nur dort).

  5. Susanna Künzl Beitragsautor

    Wobei ich gerne wüßte, wie hoch der Anteil an versehentlichen Klicks ist, weil der User den Schließen-Button verfehlt hat.

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